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*Technik: Roller - Allgemeines, Verarbeitung, etc...

 
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baffone_



Anmeldedatum: 13.12.2008
Beiträge: 8
Wohnort: Heldswil

BeitragVerfasst am: Mi Jan 28, 2009 6:50 pm    Titel: *Technik: Roller - Allgemeines, Verarbeitung, etc... Antworten mit Zitat

Allgemeines:
Roller/ Scooter sind motorisierte Zweiräder, die gegenüber Motorrädern folgende zusätzliche Eigenschaften haben:

* Sie werden nicht mit Knieschluss gefahren, das heisst es gibt einen Durchstieg zwischen Sitzbank und Frontkarosserie: nur dieses Kriterium wird in der DIN-Normung herangezogen.
* Sie haben in der Regel eine Karosserie und bieten dadurch einen recht guten Wetterschutz.
* Sie haben meistens Stauraum in Form eines Helmfachs oder Handschuhkastens.
* Sie haben – zumindest in den jüngeren Baujahren – Variomatikgetriebe.
* Die meisten Schaltgetriebe-Modelle werden mit der linken Hand geschaltet, seltener ist eine Fußschaltung anzutreffen (zum Beispiel Zündapp Bella und Simson).

Am weitesten verbreitet sind Zweitakter, die aber in vielen Ländern durch modernere Viertakter ersetzt werden. Die Betriebserlaubnis beziehungsweise Fahrerlaubnis wird im Gegensatz zu Motorrädern nicht nach der Leistung, sondern der Höchstgeschwindigkeit bemessen. Beispiele für verschiedene Klassen nach Höchstgeschwindigkeit eingeteilt sind Mofa-Roller mit 25 km/h beziehungsweise vereinzelt noch zugelassen bis 30 km/h und Mokick-Roller mit 45 km/h beziehungsweise vereinzelt noch zugelassen bis 50 km/h (oder DDR-Modelle wie Schwalbe oder Simsons S-Reihe bis 60 km/h sogar mit Klasse-M-Führerschein, wenn diese vor dem 28. Februar 1992 erstmalig in Verkehr gebracht wurden, siehe Einigungsvertrag). Dazu gibt es noch die 80er beziehungsweise 125er (Leichtkraftrad mit einer Leistung um 15 PS) bis zu Gross-Rollern mit einem Hubraum von 250 cm³ bis 840 cm³ und einer maximalen Leistung (2007) von 75 PS.

Motor:
Traditionell bilden bei vielen Rollern Motor und Getriebe eine Einheit. Klassische Roller haben meist Handschaltung oder eine fußbetätigte Schaltwippe.

Seit den 1990er-Jahren ist die Kombination von Vollautomatik (Variomatik) und Triebsatzschwinge sehr beliebt und hat durch seine preiswerte Herstellung die Roller als Kurzstreckenfahrzeug auch in Deutschland wieder populär gemacht. Fahrdynamisch ist die Triebsatzschwinge problematisch, da Antrieb und Kraftübertragung hierbei komplett zu den ungefederten Massen gehören; dies wirkt sich bei schlechten Straßen negativ auf das Fahrverhalten aus. Außerdem ist es so meist nötig, dem Motor eine Zwangskühlung (z. B. Lüfterrad/Gebläsekühlung) anzubauen, die einen höheren Verbrauch verursacht, was prinzipbedingt auch für die Variomatik gilt. Dafür haben die Hersteller die Möglichkeit, den Triebsatz komplett bei einem Zulieferer zu kaufen und nur noch in ein eigenes Fahrwerk zu montieren.

Die meisten Roller werden von Einzylindermotoren angetrieben. Wegen der verschärften Abgasvorschriften (EU-Richtlinien 97/24/EC und 2002/51/EC) scheinen die Tage der Zweitakter gezählt, obwohl diese noch wesentlich höhere Schadstoff-Emissionen als bei PKW zulassen. Zweitaktmotoren werden vermehrt durch Viertaktmotoren ersetzt. Allerdings gibt es inzwischen Einspritzanlagen und Katalysatoren, mit denen auch bei Zweitaktern die neuen Grenzwerte eingehalten werden können. Auch Maßnahmen zur Reduktion der Spülverluste können den hohen Schadstoff-Ausstoß etwas mindern.

Die Vorteile eines Zweitakters sind die höhere Leistung bei niedrigeren Drehzahlen, daraus resultierend ein besseres Beschleunigungsvermögen, generell ein breiteres nutzbares Drehzahlband, das geringere Gewicht, geringere Vibrationen sowie die einfache und kostengünstige Wartung. Der Viertakter hingegen ist weniger umweltschädlich, da das Schmieröl nicht mitverbrannt wird.

Bei Zweitaktern gab es prinzipbedingt das Komfortproblem, dass dem Treibstoff Motoröl beigefügt werden muss (Zweitaktgemisch). Beim Viertakter muss man dagegen darauf achten, dass genügend Öl in der kleinen Ölwanne ist. Das Problem des Zweitakters verminderte sich allerdings durch Öltanks und automatische Mischung bei Motoren ab den 1980ern. Dank Öltanks bis etwa 1,3 Liter stellt dies bei modernen Roller tatsächlich kein Komfortproblem mehr dar; in der Praxis bedeutet das ein Öl-Nachfüllen alle paar Monate oder Wochen. Die regelmäßige Ölstandskontrolle entfällt dank Warnleuchten im Cockpit. Für Roller und Mofas ohne Öltank stellen viele Tankstellen vorbereitete Zweitakt-Gemische mit 1:25, 1:50 oder 1:75 (ein Teil Öl auf 75 Teile Benzin) bereit. Damit entfällt das Mischen von Hand.

Katalysatoren werden seit 1999 nicht mehr nur in Viertaktern, sondern auch in Zweitaktern eingebaut.

Bei großen Rollern ab 125 cm³ dominieren die Viertakter deutlich, die mittlerweile auch in immer mehr 50-cm³-Rollern eingesetzt werden. Besonders leistungsstarke Modelle besitzen auch zwei Zylinder (zum Beispiel Yamaha T-max, Suzuki Burgman AN650, Honda Silver Wing; alle drei liegen in der Höchstgeschwindigkeit bei etwa 175 km/h und beschleunigen in 6,5 bis 8 Sekunden auf 100 km/h). Der zurzeit größte erhältliche Roller ist der Gilera GP 800 mit 839 cm³ und 55kW(75PS) Motorleistung und einer Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h.
Der vormals hubraumstärkste Motorroller mit 650 cm³ und 56 PS (41 KW): Suzukis Burgman650 (Baujahr 2006)

Eine Neuheit (Stand 2007) im Motorrollerbau ist das von Suzuki entwickelte SECVT (Suzuki Electronically controlled Continuously Variable Transmission)-Getriebe, welches dem Fahrer die Wahl zwischen Anwendung der manuellen Schaltung der fünf „Gänge“ per Knopfdruck oder Fahren mit Automatikgetriebe lässt. Diese Kraftübertragung ist gar kein Getriebe im klassischen Sinne, sondern eine Riemenscheibenkraftübertragung, wie man sie früher auch bei Automobilen von DAF (Dafodil) kannte.

Fahrwerk:
Grundsätzlich lassen sich zwei Konstruktionsweisen unterscheiden:

* Rahmen mit Verkleidung aus Kunststoff (die weitaus meisten heute auf dem Markt verfügbaren Roller) oder aus Blech (zum Beispiel Schwalbe, Zündapp R 50)
* Selbsttragende Blechkarosserie (zum Beispiel Vespa-Klassiker und heutige ET- und GT-Baureihe)

Für die Hinterradführung kommt heute meist eine Triebsatzschwinge zum Einsatz, das Vorderrad wird entweder in einer Schwinge (gezogene Kurzschwinge, zum Beispiel Vespa) oder – sehr viel häufiger – in einer Teleskopgabel (zum Beispiel Suzuki Burgman) geführt. Die Räder sind teils klein (9 bis 12 Zoll), teils groß (14 bis 16 Zoll). Kleine Räder benötigen weniger Platz, das Helmfach kann somit größer ausfallen, das Fahrzeug wird wendiger und kann auf engem Raum rangiert werden. Die Roller mit 16-Zoll-Rädern werden auch Großradroller genannt. Mit größeren Rädern werden Bodenunebenheiten besser überrollt und die Kreiselstabilität nimmt infolge größerer Massen zu. Das Staufach hat bei diesen Rollern aber nicht immer eine ausreichende Größe, um einen Integralhelm aufzunehmen.

Aktuelle Rollermarken:
* Adiva
* Aprilia
* Benelli
* CPI
* Daelim
* Derbi
* Garelli
* Gilera
* Generic
* Honda
* Italjet
* Kymco
* Keeway
* Malaguti
* Pegasus
* Peugeot
* PGO
* Piaggio
* Suzuki
* SYM
* TGB
* Yamaha/MBK

Eine Reihe chinesischer Hersteller produziert identische Motorroller unter verschiedenen Markennamen, die in Europa nicht über Fachhändler, sondern auf alternativen Vertriebswegen ohne eigenes Servicenetz vertrieben werden, z. B. über Baumärkte, Teleshopping, eBay oder als Zugabe zu Mobilfunkverträgen. Dazu gehören Marken wie Baotian, Buffalo, Dafier, Jack Fox, Jimstar, Jinlun, Jinan Qingqi, Rex, Yiying (Benzhou) und Zhongyu.

Edit: Als kleines "Schmankerl" noch einen tollen Link mit weiteren Informationen und Technischen Infos...

http://velos-motos-keller.ch/roller-vertretungen/tech%20talk/tech-talk%20roller.htm
_________________
Nicolas Krüsi (in Ausbildung)

Velos-Motos Keller
Weinfelderstrasse 41
CH-8580 Amriswil
Tel.: +41 (0)71 411 38 40
E-Mail: nicolas.kruesi@velos-motos-keller.ch
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